Grundschule Landsberger Straße
GrundschuleLandsberger Straße

Lernhausprinzip

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An der Grundschule Landsberger Straße arbeiten wir in 3 Lernhäusern.

 

Das Lernhaus A befindet sich im Erdgeschoss des Altbaus.

Das Lernhaus B befindet sich im Neubau.

 

In den Abteilungen A und B lernen alle Kinder in Ganztagsklassen über den ganzen Tag.

Eine Grundschullehrkraft und eine Erzieherin bilden ein Klassenteam und gestalten den Tages- und Wochenplan gemeinsam mit Kindern und  z.Teil auch Eltern der jeweiligen Klasse. Dabei versuchen Sie den individuellen Lernrhythmus der Kinder zu berücksichtigen. Erziehen und Bilden greifen gleichberechtigt ineinander und ermöglichen den Kindern ganzheitliche und nachhaltige Lernerfolge. Individuelle Entwicklungspläne geben Kindern, Eltern und pädagogischem Personal die grundlegende Orientierung bei der individuellen Förderung. Unterstützt wird jedes Klassenteam von einer in der Regel den Jahrgängen zugeordneten Sonderpädagogin, die über besondere Kompetenzen in der sonderpädagogischen Diagnostik und Förderung verfügt.

Einige Kinder werden zusätzlich von Integrationshelfern durch den Tag begleitet. Unterstützt wird jedes Klassenteam von einer in der Regel den Jahrgängen zugeordneten Sonderpädagogin, die über besondere Kompetenzen in der sonderpädagogischen Diagnostik und Förderung verfügt. Wichtiges Prinzip in der Arbeit mit sehr heterogenen Lerngruppen ist die Heranführung an eigenverantwortliches selbstgesteuertes Lernen mit differenzierten Lernmaterialien. 

Nach 15.00 Uhr finden sich die Kinder in altersgemischten Interessengruppen zusammen.

 

Das Lernhaus C  befindet sich Obergeschoss des Altbaus.

Auch in den Halbtagsklassen gibt es Kinder, die den ganzen Tag in der Schule bleiben.  Der Unterricht muss dies in seiner Gestaltung und im Hinblick auf die Lernaufgaben am Nachmittag berücksichtigen. Ein intensiver Austausch zwischen Lehrkräften und Erzieherinnen ist fester Bestandteil im HT-Lernhaus.

Auch im HT-Lernhaus bestimmen offene Unterrichtsformen, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder entgegen kommen, den Unterrichtsalltag. Individuelle Entwicklungspläne schaffen dabei die notwendige Verknüpfung zwischen Lehrkräften, Erzieherinnen, Eltern und Kindern.

Sonderpädagoginnen unterstützen die Entwicklungsplanung und die individuelle Förderung.

 

Zur Entwicklungsgeschichte der Lernhäuser!
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Raumkonzept

„Der Raum provoziert die pädagogische Richtung“

Der Erweiterungsbau der Grundschule Landsberger Straße in Herford ist beinahe schon zehn Jahre alt und trotzdem noch eine Besonderheit in der deutschen Schullandschaft: Er folgt dem Prinzip der fraktalen Schularchitektur. Über die Auswirkungen des Schulbaus auf den Schulalltag sprach Anna Hückelheim mit Schulleiterin Sabine Zülka.

 

Statt langer Flure beherrscht ein weites Forum das Innere der Schule, vier Klassenräume zweigen von ihm ab, zwei rechts, zwei links. Ungewöhnlich ist auch die grundlegende Form des Gebäudes: ein Sechseck, das sich immer wiederfindet, etwa bei den Tischen oder der Raumstruktur. Das wiederkehrende geometrische Muster – es ist das Grundprinzip der fraktalen Schularchitektur.

 

Grundschule: Nach Angaben der Stadt Herford berücksichtigt der Erweiterungsbau Ihrer Grundschule „in besonderem Maße“ die Qualitätskriterien für die Raumgestaltung von Ganztagsgrundschulen. Inwieweit kommt der fraktale Schulbau Ihrem Ganztagsbetrieb entgegen?

Sabine Zülka: Ziel des Investitionsprogramms der Stadt Herford war es unter anderem, den integrativen Ganztag durch bauliche Maßnahmen zu fördern. Ich unterstütze den Schritt, Schule von acht bis 16 Uhr zu denken. Dafür müssen aber die räumlichen Voraussetzungen gegeben sein. Bei uns befinden sich die Kinder den Großteil des Tages in ihrem Klassenraum. Sie essen auch dort in ihrem Klassenverband. Er ist quasi ihr zu Hause in der Schule. Die Klassenräume sind daher auch etwa 20 Quadratmeter größer als normalerweise. Das ist möglich, weil wir keine Mensa haben. Daneben braucht eine Ganztagsschule auch Gruppenräume, Ausweichflächen für die Kinder neben den Klassenräumen. Davon haben wir leider zu wenig. Im Neubau teilen sich vier Klassen das Forum und das Selbstlernzentrum. Insgesamt ist das Konzept aber sehr zukunftsweisend. Besonders vorteilhaft ist das Prinzip der Transparenz. Es gibt, übrigens auch im umgebauten Altbau, fast keine geschlossenen Räume mehr. Die Hälfte der Wände ist verglast. Man kann von einem zum anderen Ende durch das Gebäude durchschauen. Die Kinder fühlen sich dadurch immer gesehen. Das verbessert nicht nur die Aufsichtsmöglichkeiten, sondern gibt den Schülern auch das Gefühl „mich nimmt jemand wahr“.

 

Grundschule: Lassen sich die Schüler bei so viel Transparenz nicht zu leicht von dem ablenken, was außerhalb der Klasse passiert?

Zülka: Das hatten natürlich zu Anfang einige Lehrkräfte befürchtet. Es hat sich aber herausgestellt: Alles Quatsch! Transparenz sorgt nicht für mehr Störungen. Sie können das auch mit ihrem eigenen Verhalten zu Hause vergleichen. Da haben Sie ja auch Fenster und trotzdem gucken Sie nicht die ganze Zeit nach draußen. Wenn dort etwas passiert, das Ihre Aufmerksamkeit erregt, schauen Sie vielleicht nach, was los ist, aber sobald Ihre Neugier gestillt ist, wenden Sie sich wieder dem zu, womit Sie zuvor beschäftigt gewesen sind. So läuft das auch in der Schule.

 

Grundschule: Was bedeuteten die baulichen Veränderungen für den Schulalltag?

Zülka: Es war eine Umstellung für die Teams. Mit dem Neubau führten wir den integrativen Ganztag ein. Nach den Sommerferien waren nicht nur die Räumlichkeiten neu, die Teams aus Lehrer und Erzieher waren jeweils gemeinsam für ihren Raum verantwortlich. Etwas überzogen formuliert, prallten da Welten aufeinander: auf der einen Seite die Lehrer mit ihren Vorstellungen eines traditionellen Raums inklusiver frontaler Tafel und auf der anderen Seite die Erzieher mit ihren Ideen, die eher Richtung Kindergarten gehen. Es hat das ganze Schuljahr gedauert, alle Räume auszuhandeln und die Gestaltung ist immer wieder Thema, wenn neue Lehrkräfte oder Erzieher an die Schulen kommen. Das Ganze hat aber auch eine positive Seite: Der gemeinsame Raum unterstützt die Teamfähigkeit und führt die unterschiedlichen Fachexpertisen zusammen.

 

Grundschule: Beiträge über den fraktalen Schulbau betonen immer wieder die Flexibilität des Mobiliars und die dadurch entstehenden Möglichkeiten. Welche Vorteile bieten die beweglichen Möbel tatsächlich?

Zülka: Im Zusammenhang mit der Inklusion spielen sie eine große Rolle. Sie erleichtern die Umgestaltung des Klassenraums, wodurch die Teams auf verschiedene Bedürfnisse reagieren können. In jeder Klasse stehen etwa 30 Einzeltische, die die Lehrer, Erzieher und Schüler unterschiedlich nutzen können. Sie können sie zum Beispiel zu Gruppentischen zusammenschieben oder an die Wand für ungestörte Einzelarbeit. Zudem haben die Schüler die Möglichkeit, an den zehn halbhohen Regalen zu arbeiten, die zugleich Stehplatz und Raumteiler sind. Durch diese Flexibilität kann sich jeder Schüler seiner Aufgabe entsprechend einen Arbeitsplatz suchen beziehungsweise können die Lehrkräfte für jeden Schüler einen individuellen Arbeitsplatz schaffen.

 

Grundschule: Wie regelmäßig nutzen die Teams die Gestaltungsmöglichkeiten im Schulalltag?

Zülka: Ich habe beobachtet, dass sich die Raumsituation vierteljährlich grundlegend verändert. Das hat auch viel mit den Kindern zu tun und welche Veränderungen sie sich wünschen. Im vierten Schuljahr wollen beispielsweise fast alle irgendwann einmal in Reih und Glied sitzen, weil sie sich vorstellen, dass es so in der weiterführenden Schule läuft. Eine Zeitlang finden sie das richtig gut, aber früher oder später wollen sie doch ihre Gruppentische zurück. Es kommt aber auch vor, dass die Schüler etwas im Klassenraum vermissen, zum Beispiel eine Lese- oder Ruhe-Ecke. Lösungen können sie gemeinsam im Klassenrat besprechen. Es ist wichtig, dass sich die Kinder einbringen können, dann fühlen sie sich für die getroffenen Entscheidungen verantwortlich und geben sich Mühe, diese umzusetzen.

 

Grundschule: Die fraktale Schularchitektur, so schreibt der Urheber des Konzepts, übernehme „eine pädagogische Funktion“ und könne Lehrkräfte entlasten. Wie sehen Sie das?

Zülka: Man sagt ja gerne, der Raum ist der dritte Pädagoge und ich glaube schon, dass die gegebenen Räumlichkeiten eine bestimmte pädagogische Richtung provozieren. Sie erweitern  oder beschränken die Möglichkeiten, mit den Kindern zu arbeiten. Doch ich denke auch, wenn man die Kollegen fragt, bedeuten veränderte räumliche Bedingungen zunächst einmal deutlich mehr Aufwand und Energie, um sie zu erschließen  und neue pädagogische Handlungsmöglichkeiten für sich zu entdecken.

 

 

(Infokasten:)

Gut zu wissen!

Die fraktale Schularchitektur

Der Schulpädagoge und Didaktiker Wilfried Buddensiek entwarf die fraktale Schularchitektur an der Universität Paderborn im Rahmen des Projekts Kommunikationsfördernde Lernraum-Gestaltung (KOLEGE). „Fraktale sind geometrische Muster, die sich durch einfache mathematische Iterationsprozesse (Rückkopplung) aus sich selbst entfalten. Dabei entstehen selbstähnliche Formen auf unterschiedlichen Größenskalen“, heißt es auf der Internetseite Buddensieks zu seinem Konzept (http://fraktale-schule.de). Für die Entwicklung von Schulen vom „Haus der Belehrung zum Haus des Lernens“ biete die „fraktale Schularchitektur einen optimierten räumlichen Rahmen“, da sie unter anderem „einen schnellen, unkomplizierten Methodenwechsel“ ermögliche.

Herzlich Willkommen!

Meldepflicht - Ansteckungsdauer bei Krankheit

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© Sabine Zülka